Arthrose wird heute durch Ruhigstellung, schonenden Sport, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, Spritzen und Gelenkersatz bekämpft. Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker diagnostizieren, therapieren, operieren nach allen Regeln der Kunst. Und dennoch: Der Schmerz bleibt.

Beüben gelöster Muskluatur

Wie entsteht Arthrose?

Diese Frage wird erstaunlich selten gestellt und noch seltener zutreffend beantwortet. Arthrose, so heißt es, sei eine chronische Gelenkerkrankung, bei der es zur unumkehrbaren Zerstörung des Gelenkknorpels komme. In Wirklichkeit ist Arthrose aber eine Art Folgeerkrankung.

Ein gesunder Gelenkknorpel ist wie ein Schwamm aufgebaut. Er saugt sich mit Gewebeflüssigkeit voll und kann diese auch wieder auspressen. Die Flüssigkeit ernährt den Gelenkknorpel, spült Abbaustoffe aus und sorgt dafür, dass das Gelenk gut geschmiert ist. Arthrose resultiert aus einer Störung dieser Funktion. Wird der „Schwamm“ dauerhaft zusammengedrückt, ist der essenzielle Flüssigkeitsaustausch nicht mehr möglich. Der Knorpel beginnt zu verhungern. Wird der Knorpel hingegen zu selten komprimiert, bleibt die Flüssigkeit in ihm. Irgendwann sind die Nährstoffe verbraucht und toxische Stoffwechselprodukte können nicht mehr abtransportiert werden. Das eine wie das andere schädigt den Knorpel und führt zu Arthrose.

Wie lässt sich Arthrose therapieren?

Arthrose entsteht, wenn man sich nicht oder zu einseitig bewegt. Die Wurzel allen Übels ist also in der Bewegung zu suchen. Daher ist Arthrose unter den Gesichtspunkten der Kinematik – der Bewegungslehre – zu betrachten. Für die Bewegung sind unsere Muskeln zuständig. Ist ein Fehler in der Muskulatur entstanden, entwickeln sich Schmerzen beim Bewegen. Im Alltag können sich solche Fehlleistungen beispielsweise durch Hinken oder eine gebeugte Haltung äußern. Die häufigste Folge ist, dass man sich weniger bewegt. Das Knorpelgewebe wird dann nicht mehr ausreichend ernährt und der Teufelskreis Arthrose beginnt.

Wenn man Arthrose effektiv und an der Wurzel bekämpfen möchte, muss man die Muskulatur wieder ins Gleichgewicht bringen. Erst wenn die Fehler in der Muskulatur behoben sind, kann der Bewegungsapparat wieder seine natürliche Funktion übernehmen und der Schmerz nachlassen. Wenn die gesunde Beweglichkeit wiedergewonnen ist, kann sich die Arthrose nach und nach zurückbilden.

Kann man Arthrose dauerhaft loswerden?

Ja! Denn Knorpel ist lebendiges Gewebe. Und wie fast jedes andere Gewebe besitzt auch unser Gelenkknorpel Selbstheilungskräfte. Auch wenn Knorpelgewebe vorübergehend zu sehr oder gar nicht zusammengedrückt wurde, z.B. durch eine Ruhigstellung im Gipsverband, kann sich die dadurch entstandene Arthrose wieder zurückbilden. Vorausgesetzt, das Gelenk wird wieder in einem gesunden Maße abwechselnd be- und entlastet. Auch eine ganz dünn gewordene Knorpelschicht kann sich so wieder regenerieren.